AI-powered Experiences

Die Zukunft von UX:
Wie KI die nächste Generation digitaler Experiences beeinflusst

Künstliche Intelligenz ist längst Teil digitaler Produkte. Trotzdem wird sie im UX-Kontext noch immer erstaunlich häufig auf eine einzige Anwendung reduziert: den Chatbot.

Die Logik dahinter ist verständlich.Chatinterfaces sind sichtbar, leicht integrierbar und vermitteln schnell das Gefühl von Innovation. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren Chatbots eingeführt, um Kundenservice zu automatisieren oder einfache Supportanfragen abzufangen.

Doch diese Perspektive greift zu kurz.

KI verändert nicht nur einzelne Interaktionspunkte. Sie verändert die Struktur digitaler Experiences selbst. Interfaces werden dynamischer, Systeme kontextsensitiver und Nutzerinteraktionen zunehmend dialogisch. Gleichzeitig entstehen neue Interaktionsformen, neue Nutzerrollen und sogar neue Zielgruppen digitaler Produkte: KI-Agenten.

UX steht damit vor einer grundlegenden Erweiterung ihres bisherigen Verständnisses.

Sprachinterfaces als neue Interaktionsschicht

Eine der sichtbarsten Entwicklungen ist die Rückkehr der Sprache als Interface.

Sprachassistenten, Conversational Interfaces und multimodale Systeme machen Interaktionen natürlicher und unmittelbarer. Nutzer beschreiben Probleme oder Wünsche in eigenen Worten, statt sich durch Menüs zu navigieren.

Gerade in komplexen Entscheidungsprozessen entfaltet dieser Ansatz enormes Potenzial.

Ein Beispiel sind Finanzprodukte. Versicherungen, Kredite oder Altersvorsorge sind für viele Nutzer schwer verständlich und mit Unsicherheiten verbunden. Klassische Produktseiten mit Tabellen, Formularen und Vergleichsrechnern erzeugen hier oft mehr Komplexität als Orientierung.

KI-basierte Beratungsinterfaces können diese Komplexität übersetzen. Sie analysieren individuelle Anforderungen, erklären Optionen, simulieren Szenarien und begleiten Nutzer Schritt für Schritt durch Entscheidungsprozesse.

Das Interface wird dabei weniger zu einer Oberfläche und mehr zu einem dialogischen Beratungssystem.

 

KI-Agenten als digitale Akteure

Noch tiefgreifender wird der Wandel durch die zunehmende Verbreitung autonomer KI-Agenten.

Diese Systeme agieren nicht mehr nur als Assistenz innerhalb eines Interfaces. Sie können Aufgaben eigenständig ausführen: Informationen recherchieren, Angebote vergleichen, Buchungen durchführen oder Transaktionen vorbereiten.

Damit verändert sich die Rolle des Nutzers. Entscheidungen werden zunehmend delegiert.

Ein Beispiel: Ein KI-Agent analysiert Reiseoptionen, vergleicht Preise, prüft Bewertungen und schlägt eine optimierte Route vor. Der Nutzer bestätigt lediglich die finale Entscheidung.

Digitale Systeme müssen deshalb nicht mehr nur für menschliche Nutzer funktionieren, sondern auch für Maschinen, die im Auftrag von Menschen handeln.

AX – Agentic Experience

Aus dieser Entwicklung entsteht eine neue Disziplin: Agentic Experience (AX). AX beschreibt die Gestaltung digitaler Systeme für Interaktionen mit KI-Agenten. Während UX traditionell den Menschen als primären Nutzer betrachtet, erweitert AX dieses Verständnis um eine zweite Nutzergruppe: autonome Systeme.

Für Unternehmen bedeutet das neue Anforderungen an digitale Touchpoints.

Informationen müssen nicht nur visuell verständlich sein, sondern auch maschineninterpretierbar. Produktdaten, Verfügbarkeiten, Preise oder Vertragsbedingungen müssen strukturiert und eindeutig zugänglich sein.

Websites entwickeln sich damit teilweise von Interfaces zu APIs für intelligente Systeme.

Agentic Commerce

Eine der sichtbarsten Folgen dieser Entwicklung ist Agentic Commerce.

Dabei übernehmen KI-Agenten Teile des Kaufprozesses. Sie recherchieren Produkte, vergleichen Angebote, bewerten Alternativen und treffen vorbereitende Entscheidungen.

Der klassische E-Commerce-Funnel verändert sich dadurch fundamental.

Statt Nutzer über Interfaces zu führen, müssen Marken dafür sorgen, dass ihre Produkte in den Entscheidungslogiken von Agenten präsent sind. Produktinformationen, Bewertungen, Lieferbedingungen und Preisstrukturen werden zu maschinenlesbaren Entscheidungsfaktoren.

UX erweitert sich in diesem Kontext um eine neue Dimension: Die Gestaltung von Entscheidungsgrundlagen für autonome Systeme.

 

Der Wettbewerb verschiebt sich damit teilweise von der Oberfläche eines Shops in die Algorithmen der Agenten.

Die Zukunft von UX

UX war lange Zeit die Disziplin der Interfaces. Navigation, Layout, Interaktionsdesign.

Mit KI wird UX zunehmend zur Disziplin der intelligenten Interaktion.

Design betrifft nicht mehr nur Screens, sondern auch Dialoge, Entscheidungslogiken und automatisierte Prozesse. Nutzer interagieren nicht nur mit Interfaces, sondern mit Systemen, die verstehen, lernen und handeln können.

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Investor Relations & Sustainability Susan Wallenborn
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